Projektchor Capella Vocale

Seit wann genau es die Capella Vocale gibt, weiß leider keiner mehr so ganz genau. Fest steht, dass irgendwann im Herbst des Jahres 1985 der Gedanke aufkam, neben der alteingesessenen Kantorei einen kleinen Kammerchor zu gründen. Eine zunehmend größer werdende Zahl von Sängerinnen und Sängern der Kantorei fand aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr die Zeit, an den wöchentlichen Montagsproben teilzunehmen (Beruf, Studium, Wohnortwechsel), wollte aber weiterhin gerne miteinander und unter der bewährten Leitung der Kantorin Sabine Horstmann schöne Musik machen und singen.
Das Konzept des neuen Chores: Man trifft sich in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen von vier bis sechs Wochen an einem Wochenende und probt quasi projektbezogen auf ein bestimmtes Konzert hin. Bereits im Frühjahr 1986 fand ein erstes Konzert statt, viele weitere sollten folgen.

Anders als die Kantorei widmet sich Capella Vocale vornehmlich der unbegleiteten Chormusik (ital. a capella) von der Renaissance bis zur Gegenwart. Der Chor singt mal kleine, aber feine Sätze, mal komplexere Werke in unterschiedlichsten Besetzungen, 4 bis 8-stimmig und auch doppelchörig.

Motetten von Monteverdi, Schütz, Schein und Bach, romantische Werke von Mendelssohn und Rheinberger aber vor allem moderne Kompositionen von Nystedt, Nees, Stockmeier, Distler, Rutter, Kodaly, Britten, Whitbourn u.a. kamen in den letzten 30 Jahren zur Aufführung.

Besonders eindrücklich erinnert sich der Chor an Mauersbergers „Dresdner Requiem“ und die Motette „Wie liegt die Stadt so wüst“. Neben reinen Vokalwerken trat der Chor immer wieder in den Dialog mit der Orgel (zuletzt in der Messe für 2 Orgeln und Chor von Viren im Orgelherbst 2014) und anderen Instrumenten, die im Rahmen der Konzerte auch immer einen solistischen Anteil bekamen. Bei einigen kirchenmusikalischen Großwerken unterstützte Capella Vocale die Schwelmer Kantorei, so wurde 1992 Bachs h-moll Messe aufgeführt, in der Capella Vocale die Concertino-Partien übernahm. In Bachs Matthäus-Passion (1988 und 2002) sang der Kammerchor den 2. Chor, was er auch im Jubiläumsjahr 2015 gerne wieder tat.

Zu der ursprünglichen „Schwelmer Besetzung“ kamen nach und nach Sängerinnen und Sänger aus Münster, Recklinghausen, Solingen, Dortmund, Düsseldorf hinzu, inzwischen sogar aus dem schweizerischen Küssnacht. Nicht wenige Chormitglieder lassen sich immer wieder über vielfältige Verbindungen auch andere Konzertorte jährlich an wechselnden Orten. Besagte Verbindungen führten Capella Vocale 1999 auf eine unvergessene Konzertreise nach Südafrika und 2001 nach Zürich. Wiederholt machte der Chor Rundfunkaufnahmen für den WDR, zuweilen sind die Choräle noch
im Radio zu hören.