18.12.2016 Weihnachtsoratorium von J.S. Bach

Viel Applaus und laute BravoRufe
Kantorei, Jugendkantorei, Kinderchöre, Ristenpart-Orchester und Solisten
sorgen für den Höhepunkt im Konzertreigen der Vorweihnachtszeit

Von Veronika Pantel

Schwelm. „Jauchzet, frohlocket! Auf, preiset die Tage“ – mit Pauken
und Trompetenklang startet das Weihnachtsoratorium von Johann
Sebastian Bach, bevor der Chor den festlich-jubilierenden Eingangssatz
in der Christuskirche anstimmt.

Ausverkauften Mittelschiff
Die ersten drei Kantaten hatte Kirchenmusikdirektorin Sabine
Horstmann auf das Programm gesetzt, die vom Kind in der Krippe,
von den eilenden Hirten, verkündenden Engelscharen und der Bedeutung
des Geschehens für den Gläubigen berichten. Kantorei und
Jugendkantorei, Kinderchöre, Ristenpart-Orchester und Solisten
sorgten für den Höhepunkt im Konzertreigen der Vorweihnachtszeit.
Im ausverkauften Mittelschiff der Christuskirche ließen sich am
Sonntag die Zuhörer erwartungsvoll auf die großartige barocke Musik
ein. Und Erwartungen wurden nicht enttäuscht: Als rundum beglückend
erwies sich die Aufführung.

Die Chöre glänzten nicht nur inden schön gestalteten Chorälen,
die auch die Kleinsten sicher mitsangen, sondern auch in den
komplexen, fugierten Chören mit klangvollem Vortrag. Sabine
Horstmann hielt mit deutlichen Anweisungen den Überblick
über den großen Klangapparat und forderte präzise Einsätze
und Schlüsse sowie textdeutende Dynamik ein. Ausgezeichnet
spielende Orchester-Solisten an Trompete, Flöte, Oboen
oder Violinen waren als Begleitstimmen der Solo-Arien gefordert,
die zuverlässig aufspielende Continuo-Gruppe bei der Untermalung der
Rezitative, die die Handlung erzählen. Und in den Vorspielen
der Arien sowie der wiegenden, instrumentalen „Sinfonia“, mit der
die zweite Kantate beginnt, spielte das Orchester mit barockem Gestus.

Gelungen waren auch die Solostimmen besetzt: Markus Schäfer
oblagen die Evangelisten-Worte, die er anfangs noch recht forsch anging.
In seinen Tenor-Arien, etwa der schwierigen „Frohe Hirten, eilet“
oder der hier im großen Tempo vorgestellten „Ich will nur dir zu
Ehren leben“, überzeugte er mit voller Stimme und sicheren Koloraturen.
Thomas Laske beherrschte den Kirchenraum mit markigem
Bass, konnte seinen Part auch fein dynamisch, den Textzeilen entsprechend,
abstufen. Altistin Alison Browner oblagen die schönen
Arien „Bereite dich, Zion“ oder das innige Wiegenlied „Schlafe, mein
Liebster“ mit warmer, besonders auch in mittleren und höheren Lagen
präsenter Stimme. Sopranistin Sylvia Koke forcierte leicht bei
Spitzentönen, konnte aber ansonsten mit beweglicher Stimme überzeugen
und bestritt mit dem Echo-Sopran der Chor-Solistin die ergreifende
Arie „Flößt, mein Heiland“, die zum starken Glauben ermutigt.

Publikum darf Mitsingen
„Herrscher des Himmels“ intoniert der Chor noch einmal
lebhaft am Ende – und stehend gespendeter Applaus und
laute Bravo-Rufe verleiteten die Dirigentin zu zwei
Zugaben: Das ruhige „Ich steh an deiner Krippen hier“ und die
Wiederholung von „Jauchzet, frohlocket“ – hier forderte sie gar
das Publikum zum Mitsingen auf. Gelöst und voller Freude
auf das Weihnachtsfest dürften die meisten den Heimweg
angetreten haben.

Quelle: WR 21.12.2016


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