08.11.2015 Requiem W.A. Mozart

Z U H Ö R E R   S P E N D E N   S T E H E N D   A P P L A U S 

09.11.2015 | 21:00 Uhr

Schwelm. Ein Zusammenspiel, wie es besser nicht hätte sein können: Am Sonntag musizierten die Kantorei, die Kinder- und Jugendkantorei, jungen Sängerinnen und Sängern des Cantare-Projektes, Solisten und das Orchester „Concerto con Anima“ Mozarts Requiem d-moll KV 626 in der gut besetzten Christuskirche.

Historischer Hintergrund

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) bekam im Sommer 1791 durch den Grafen von Walsegg-Stuppach den Auftrag, eine Totenmesse für dessen verstorbene Frau zu komponieren. Der Graf, ein Musikdilettant, hatte oft die Gewohnheit, Werke berühmter Musiker zu bestellen, um diese dann schamlos unter eigenem Namen aufzuführen. Da Mozart zu dieser Zeit finanziell stark angeschlagen war, nahm er den überaus gut bezahlten Auftrag an, musste aber immer wieder seine Arbeiten daran unterbrechen, da er gleichzeitig unter großem Zeitdruck an den Opern „Zauberflöte“ und „Titus“ komponierte. Schließlich erkrankte der 35-jährige Mozart schwer. Er arbeitete wie besessen an „seinem“ Requiem weiter, um dieses unbedingt fertigzustellen und ließ sich Teile davon sogar noch auf dem Sterbebett vorsingen. Joseph Eybler und sein Schüler Franz Xaver Süßmeier vollendeten schließlich die Totenmesse nach Mozarts Angaben und Skizzen. Textlich beinhaltet das „Requiem“ das Messordinarium mit speziellen liturgischen Einschüben, in denen ausführlich beschrieben wird, wie sich der Mensch am Tag des Jüngsten Gerichts vor seinem Gott und Richter verantworten muss und auf dessen Erbarmen hofft.

Das Orchester „Concerto con Anima“ leitete auf historischen Instrumenten und mit tiefen Bassetthörnern den „Introitus“ klagend ein und mischte sich hervorragend mit dem dramatisch einsetzten Chor. Besonders die zu Mozarts Zeit üblichen eng mensurierten Posaunen, Naturtrompeten und Pauken bildeten mit Streichern und Sängern ein überzeugend authentisches Klangbild.

Eindrucksvolles Posaunensolo

Die Solisten Anna Pehlken (Sopran), Alison Browner (Alt), Cornel Frey (Tenor) und Patrick Ruyters (Bariton) überzeugten genauso wie in Duetten und Quartettpassagen, besonders eindrucksvoll sei hier stellvertretend das „Tuba mirum“ mit seinem Posaunensolo genannt.

Der große Gesamtchor sang auswendig mit klangschönem Ausdruck und großer Dynamikbandbreite. Die durch Händel und Bach inspirierten schnellen Fugen wurden mühelos und kraftvoll dargestellt, die Einsätze der einzelnen Stimmen kamen rhythmisch immer exakt auf den Punkt. Ob im zornigen „Dies irae“, im barock-majestätischen „Rex tremendae“ oder im flehenden „Lacrimosa“: Immer wusste der Chor sich den klanglich vielfältigen Ansprüchen dieses sakralen Werkes gerecht zu werden.

Kantorin Sabine Horstmann leitete das große Ensemble mit präzisem Dirigat. Chor, Solisten und Orchester verbanden sich nach ihren durchdachten Klangvorstellungen zu einer spannungsvoll musikalischen Einheit. Nach Momenten der absoluten Stille spendeten die zahlreichen Zuhörer am Schluss allen Beteiligten minutenlagen, stehenden Applaus für eine überaus gelungene Aufführung, welche trotz ihres ernsten Themas zahlreiche Glücksmomente beinhaltete.



Ulrich Isfort







Quelle: http://www.derwesten.de/wr/staedte/schwelm/zuhoerer-spenden-stehend-applaus-id11269649.html


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