11.11.2012 Mozart: Krönungsmesse u.a.

Foto: Bastian Haumann : Sopranistin Anna Pehlken

Quelle: WAZ - www.derwesten.de/staedte/schwelm/ vom 13.11.2012

Ein hochkarätiger Musikgenuss


von Ulrich Isfort

Schwelm. Keine Minute bereuten die Gäste der Kantorei ihren Besuch in der Christuskirche. Dort fand ein geistliches Konzert mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart statt. Es musizierten Anna Pehlken (Sopran), Simone Süß (Alt), Björn Adam (Tenor), Kai-Uwe Schöler (Bass), das Ristenpart-Kammerorchester und die Kantorei und Jugendkantorei unter der Leitung von KMD Sabine Horstmann.
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) komponierte während seiner Zeit in Salzburg als Konzertmeister der Hofkapelle und später als Hoforganist am Salzburger Dom seine meisten kirchenmusikalischen Werke. Die Kirchenmusik bezeichnete der Komponist als seine Lieblingsgattung.
Solisten, Chor und Orchester
Die „Vesperae solennes de confessore“ (feierlich, für einen Bekenner) KV 339 ist mit seinen fünf Psalmen aus dem Alten Testament und Magnificat (Lobgesang Mariens) aus dem Lukasevangelium ein in sechs Sätzen komponiertes Stundengebet. Schon zu Beginn des Konzertes präsentierten sich hier Solisten, Chor und Orchester als eine große Einheit. Besonders erwähnt sei hier Psalm 116 „Laudate Dominum“, welches Anna Pehlken mit großer Spannung und gefühlvoller Begleitung der Kantorei darbot.
Die im virtuosen Opernstil gehaltene Motette „Exsultate jubilate“ KV 165 komponierte Mozart bereits als 16-jähriger in Mailand für einen damals populären Kastraten. Sopranistin Anna Pehlken war hier in ihrem Element: Fasziniert konnten die Zuhörer die extremen Lagenwechsel, halsbrecherischen Koloraturen, Tonleitern und Triller dieser technisch und musikalisch großartigen Sängerin bestaunen.
Die „Missa in C“ KV 317 mit seiner großen, symphonischen Orchesterbesetzung wurde zum Osterfest 1779 komponiert. Mozart beklagt in einem Brief an seinen Lehrer Padre Martina, dass ein Hochamt im Dom mit der kompletten Musik gemäß den strengen Vorgaben des Erzbischofs nicht 45 Minuten überschreiten dürfe und dass es nicht einfach sei, sich musikalisch kurz zu fassen. Da diese Messe u.a. zu den Krönungsfeierlichkeiten Kaiser Franz II. nach Mozarts Tod aufgeführt wurde, bekam die Messe später den Beinamen „Krönungsmesse“ und gehört zu seinen beliebtesten Werken.
Kantorei und Jugendkantorei sangen mit frischer Musizierfreude und zeigten sich sicher in den rasch wechselnden Affekten der Mozartschen Musik. Auch komplexere Stücke wie die Chorfuge „Laudate pueri“, Laudate Dominum und Magnificat gelangen klangschön und immer geschmeidig federnd.
Engagierte Kinder und Jugendliche
Das große Orchester begleitete Chor und Solisten in angemessener Weise. Das Solistenquartett war zudem gut aufeinander abgestimmt und überzeugte gleichermaßen in der Vesper und in der Messe, wobei Sopranistin Anna Pehlken neben dem „Exsultate jubilate“ in den zahlreichen Solopassagen in Psalm 116, Kyrie und Agnus Dei der Messe besonders hervorzuheben sei. Kantorin Sabine Horstmann hatte ein interessantes Programm zusammengestellt und interpretierte Mozart sicher und authentisch mit immer guten Tempi und vielfältigsten musikalischen Ausdruck. Besonders hervorzuheben seien hier die engagiert singenden Kinder und Jugendlichen der Kantorei, die dem so geformten Gesamtklang sehr gut getan haben. Das begeisterte Publikum danke es allen Mitwirkenden mit lang anhaltendem, stehendem Applaus. Wer diesen hochmusikalischen Kunstgenuss großartiger Kirchenmusik nicht besuchen konnte, hat wahrlich etwas verpasst.
Von Ulrich Isfort


03.02.2013 Café Intermezzo
13.12.2011 Weihnachtskonzert WR

Impressum    Mitmachen, Chorleitung    Unterstützen    Letzte Änderung