8.11.2009 Bewegende Requiem-Aufführung WR

WR Foto: Michael Scheuermann

130 Mitwirkende in der Christuskirche
Bewegende Requiem-Aufführung
Schwelm, 09.11.2009, Dagmar Zschiesche

In die erwartungsvolle Stille der vielen Menschen im großen Kirchenschiff der Christuskirche hebt Kantorin Sabine Horstmann den Stab zum Dirigat des „Deutschen Requiem” von Johannes Brahms.
Über eine reichliche Stunde wird sie an die 130 Stimmen von Sängern und Instrumentalisten durch die sieben Abschnitte dieses umfangreichsten aller Brahms-Werke lenken.

Texte von Brahms selbst ausgewählt

Das Requiem hat eng mit dem Tod der Mutter von Brahms zu tun und wendet sich an die Zurückgebliebenen, die mit dem Verlust eines geliebten Menschen fertig werden müssen. Es ist frei von konfessionellem Bezug. Die Texte wurden von Brahms aus den Schriften selbst ausgewählt und zusammengestellt.

Dem Leid der Hinterbliebenen Trost zu spenden, kommt maßgeblich dem Chor zu. Bewundernswert zwingend haben die Kontorei der Christuskirche, ergänzt durch den Kleinen Chor Münster (Einstudierung Lothar Wiedmann) Texte und Musik über alle sieben Sätze erlebbar gemacht. Sie singen so exzellent stimmgebildet, dass ihrer natürlichen Ausdruckfähigkeit keine Fesseln angelegt sind, ihr Gesang sehr akkurat und gleichzeitig frisch und lebendig ist.

Rein und zart steigen sie ein, bringen in Teil 2 den Totenmarsch durch jubelnde Verklärung zum Schweigen, lösen sich fast tänzerisch im 4. Satz, kulminieren im 6. dramatischen Teil zusammen mit dem engagierten Bariton-Solo zu höchster Dramatik und verströmen im letzten Teil und vom Glanz des Chorsopran bestrahlt, beruhigend versöhnliche, seelische Feierlichkeit.

Die Innenteile 3 und 5 gehören der Einzelseele. Als kristallisiere in seiner Stimme alles Vorausgegangene, fleht Klaus Häger (Bariton) mit offenem, klaren innigem und eindringlichem Gesang. Marietta Zumbült (Sopran) tröstet mit wandlungsstarker schlanker Stimme, die in den Höhen frei aufblüht. Man spürt - hier schlägt das Herz des Requiems. Brahms hat diesen Teil erst ganz zuletzt und in Gedanken an seine Mutter verfasst.

Persönlich erfahrenem Leid entsprungen

Dass die Aufführung ein eindrucksvoll bewegendes Ganzes war, daran hatte nicht zuletzt auch das vor dem Chor bis in die Seitenschiffe hinein gruppierte Ristenpart Orchester Anteil, das mit klanglicher Einfühlung und Präsenz aufwartete.

Es war zu fühlen, dass das Brahms-Requiem persönlich erfahrenem wissenden Leid entsprungen ist und alle angeht. Eine große Aufführung.


Generalprobe, Foto: Sabine Lovisa 


Generalprobe, Foto: Sabine Lovisa 


Generalprobe, Foto: Sabine Lovisa 


Generalprobe, Foto: Sabine Lovisa 


13.12.2009 Weihnachtskonzert der Kantorei WR

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